Symptome und Entstehung

Symptome und Entstehung der Epilepsie

 

 

Das Hauptsymptom der Epilepsie ist der schon erwähnte epileptische Anfall (oder auch Krampfanfall genannt).

Er äußert sich durch meist unwillkürliche Bewegungsabläufe wie Zittern, Zuckungen oder Verkrampfungen von Armen und Beinen, kurze Bewusstseinseintrübungen bis hin zu Bewusstseinstörungen oder Zungenbisse. Oft gehen ungewöhnliche Empfindungen (z.B. ein aufsteigendes Gefühl aus der Magengegend) oder die Wahrnehmung von nicht vorhandenen Geräuschen oder nicht vorhanden Dingen (Halluzinationen) voraus. Diese Art Vorahnungen werden auch als Auren bezeichnet.

 

 

Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine Störung im Gehirn, dem Teil des menschlichen Nervensystems, das geschützt in der Schädeldecke liegt. Es ist eine Art Schaltzentrale, in der alle wichtigen Informationen verarbeitet werden.

 

 

Der Hauptbestandteil ist das Nervengewebe, das wiederum von einer Vielzahl miteinander vernetzen Nervenzellen gebildet wird. Die Anzahl der Nervenzellen ist eine unvorstellbar große Zahl. Einzelne Nervenzellen sind in Bündeln zu Nervenfasern zusammengefasst. Nervenzellen sind darauf spezialisiert, Informationen aufzunehmen, in elektrochemische Signale umzuwandeln und diese an den Bestimmungsort wie andere Nervenzellen, Drüsen und Muskeln weiterzuleiten. Dort lösen sie Gedanken, Gefühle und Handlungen aus.

Am Zellkörper, dem Ort, in dem alle Stoffwechselvorgänge stattfinden, die die Nervenzelle am Leben erhalten, gehen zahlreiche Zellausläufer aus (Dendriten) und erinnern an Äste und Zweige eines Baumes. Hier kommen die Signale von benachbarten Zellen an.

 

 

Die Signalübertragung erfolgt durch die Freigabe von Botenstoffen. Diese Botenstoffe (Neurotransmitter) wandern durch einen schmalen Spalt zu benachbarten Nervenzellen.

 

 

Man unterscheidet Botenstoffe, die eine hemmende oder eine erregende Reaktion an der benachbarten Zelle auslösen. In der gesunden Nervenzelle liegt ein Gleichgewicht von beiden vor. Die wichtigsten erregenden Neurotransmitter sind L-Glutamtat und L-Aspartat, der wichtigste hemmende Neurotransmitter ist Gamma-Amino-Buttersäure (GABA).

 

 

Eine normale Nervenzelle entlädt sich in der Sekunde etwa 80mal. Bei Epilepsie Patienten führen Veränderungen dazu, dass sie sich bis zu 500mal in der Sekunde entladen. Diese abnorme Entladung kann einmal oder auch wiederholt und bis zu mehreren hunderte Mal an einem Tag stattfinden. Man kann es sich am besten wie eine Art Gewitter im Gehirn vorstellen.

 

 

Auch wenn die genauen Zusammenhänge noch nicht ganz geklärt sind, so weiß man doch, dass die Nervenzellen übererregbar sind und sich ganze Nervenzellverbände gleichzeitig abnorm entladen. Zusätzlich besteht ein Ungleichgewicht an erregenden und hemmenden Botenstoffen (Neurotransmitter).

 

 

Die Auswirkung, die diese Übererregbarkeit hat, hängt davon ab welche Aufgaben die daran beteiligten Nervenzellen normalerweise übernehmen. Sind zum Beispiel Nervenzellen in Gehirnregionen, die an der Wachheit beteiligt sind, betroffen, kommt es zu einer Bewusstlosigkeit. In Regionen, die für das Sehen verantwortlich sind, kann es zu der Wahrnehmung von Blitzen oder anderen Lichtreizen kommen.

 

 

Die Anfälle laufen nicht nach einem einheitlichen Muster ab. So gibt es Anfallsformen, bei denen sehr viele Gehirnregionen beteiligt sind, so dass der Betroffene plötzlich verkrampft oft begleitet von einem Schrei, Arme und Beine zucken und er dabei zu Boden fällt, so dass er das Bewusstsein verliert und erst nach einem längeren Schlaf wieder erwacht. Auch ein Beißen auf die Zunge oder ein unwillkürlicher Urinabgang kommen bei dem so genannten Grand-mal-Anfall vor (siehe hierzu auch die Einteilungen der Epilepsieformen). Daneben kann ein epileptischer Anfall auch nur in einem kurzen Zucken des Arms, einer kurzen Spanne von Aufmerksamkeitsausfällen oder sogar weder von dem Betroffnen selbst noch von anderen Personen wahrgenommen werden.

 

 

Am häufigsten treten Epilepsien erstmalig (Erstmanifestation) im Kindesalter auf. Etwa ein Drittel aller Epilepsien fallen auf die Altersgruppe unter 16 Jahren. Einen weiteren Anstieg von Neuerkrankungen findet man in der Altersgruppe ab 60 Jahren.

 

 

 

 

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