Epilepsie im Alter

Epilepsie im Alter

 

 

Die Wahrscheinlichkeit, im Alter an einer Epilepsie zu erkranken, ist erhöht

 

 

Die Anzahl der Neuerkrankungen im Alter steigt ab dem 60. Lebensjahr an. Ab dem 75. Lebensjahr geht man sogar von einem 6-10 fachen höheren Risiko aus, eine Epilepsie zu entwickeln.

 

 

Da die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist, nehmen auch Erkrankungen im Alter zu. Wichtig ist hier eine Neuerkrankung von den so genannten „gealterten Epilepsien" zu unterscheiden, die hier in der Angabe der Häufigkeiten nicht mitbeachtet werden. Von einer gealterten Epilepsie spricht man, wenn die Epilepsie in jungen Jahren auftritt und der Patient damit älter geworden ist.

 

 

Die Epilepsie steht nach den Hirninfarkten und der Demenz-Erkrankungen (z.B. Alzheimer Demenz) an dritter Stelle der häufigsten Erkrankungen im Alter.

Ursachen, Diagnostik und Formen der Epilepsie im Alter

 

 

Tritt eine Epilepsie nach dem 60. Lebensjahr auf unterscheidet sie sich in der Regel sowohl in der Krankheitsursache als auch in der Symptomatik und Prognose. Die Epilepsieformen gehen in den meisten Fällen auf eine Erkrankung des Gehirns zurück.

 

 

Die häufigsten Ursachen sind ein Schlaganfall, eine Ateriosklerose, ein Hirntrauma oder eine Blutung im Gehirn. Auch ein Bluthochdruck kann die Ursache für eine Epilepsie im Alter sein. Hirntumore als Ursache kommen im Alter als Auslöser selten vor. In ungefähr einem Drittel der Patienten bleibt die Ursache unbekannt.

 

 

Bei älteren Menschen mit Epilepsie treten meist lokalisationsbezogene Anfälle auf (siehe hierzu Einteilung der Anfallsformen Epilepsien und Epilepsiesyndrome). Generalisierte Anfälle sind sehr selten.

 

 

Erschwerend für die Diagnostik ist, dass nicht die klassischen Symptome eines lokalisationsbezogenen Anfalls auftreten, sondern mentale Veränderungen (Denken, Beurteilen, Entscheiden, Planen usw.), Verwirrtheit, Synkopen (kurz andauernde Bewusstlosigkeit infolge eine unzureichende Durchblutung im Gehirn), Gedächtnisstörungen oder Schwindel. So sind bei manchen Patienten ein starrer Blick, eine Bewusstseinsstörung und eine Verwirrtheit oft die einzigen Anzeichen.

 

 

Alle genannten Symptome können auch in Folge von anderen Erkrankungen auftreten. Die Verwirrtheit nach Anfällen bei älteren Patienten dauert oft über Stunden oder sogar Tage an, so dass sie als Demenz oder als ein Hirninfarkt fehl interpretiert wird.

 

 

Viele ältere Menschen leben auch alleine. Die Anfälle werden nicht von anderen bemerkt. Erschwerend für die Diagnostik ist, dass Auren (Anfallsvorgefühle) fehlen. Suchen Sie einen Arzt auf oder wenn Sie ein Angehöriger einer Person sind und Ihnen/bei der Person immer wieder auftretende Phasen von Verwirrtheit auffallen, sprechen Sie über Ihre Beobachtungen.

Anforderungen an die Therapie der Epilepsie im Alter

 

 

Ein positiver Aspekt ist scheinbar, dass sich epileptische Anfälle im Alter besser mit Medikamenten kontrollieren lassen als bei jungen Patienten (Brodie MJ, 2007, Int Rev Neurobiol, 81: 253-263).

 

 

Im Alter verändern sich viele Stoffwechselvorgänge im Körper: der Blutfluß nimmt ab, der Stoffwechsel der Leber reduziert sich und die Nierenfunktion ist zunehmend eingeschränkt. Das sind alles „normale" Veränderungen des Alterungsprozesses und treten bei jeder Person mehr oder weniger ausgeprägt auf. Es führt jedoch dazu, dass Menschen im Alter auf Medikamente anders reagieren oder häufiger Nebenwirkungen auftreten.

 

 

Viele ältere Patienten nehmen in Folge von anderen Erkrankungen weitere Medikamente ein und so sollte die Verträglichkeit der einzelnen Substanzen untereinander geprüft werden. Bei einem Arztbesuch sollten Sie deshalb alle Medikamente, die Sie einnehmen, egal ob regelmäßig oder nur nach Bedarf, mitteilen. Machen Sie sich zum Beispiel eine kurze Liste und nehmen Sie diese mit.

 

 

Verschreibt Ihnen Ihr Arzt Medikamente, um Ihre epileptischen Anfälle zu kontrollieren, halten Sie sich bitte an die genaue Dosierung, so kann ein Erfolg der Therapie besser erzielt und das Auftreten von Nebenwirkungen reduziert werden.

 

 

 

 

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