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Presseberichte über unsere Gruppe:

 

Die Böhme-Zeitung stellt alle zwei Wochen Menschen vor, die ein Ehrenamt ausüben und sich durch gemeinnützige Arbeit verdient gemacht haben.

 

Böhme-Zeitung : Die Ehrenamtlichen erschienen am Samstag 18.9.2010.

Mit ihrer Epilepsie-Selbsthilfegruppe will Kornelia Erkenberg über die Krankheit informieren sowie Kontakte und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch bieten. Foto: me

me Soltau. Kornelia Erkenberg will mit Vorurteilen und Berührungsängsten gegenüber der Krankheit Epilepsie aufräumen. Die seit mehr als 40 Jahren selbst an der Krankheit leidende Soltauerin hat deshalb im April vergangenen Jahres die Epilepsie-Selbsthilfegruppe (SHG) Soltau Nord gegründet.

 

„Das ist noch immer ein Tabuthema“, weiß die 55-Jährige. Es werde viel „unter dem Deckmäntelchen des Schweigens“ gehalten. „Manche denken sogar, dass das eine ansteckende Krankheit ist.“ Die Unwissenheit ist auch der Grund, weshalb plötzliche Krampfanfälle bei vielen Außenstehenden für Unsicherheit und Hilflosigkeit sorgten.

 

Mit ihrer SHG will Erkenberg über die Krankheit informieren, die Betroffenen zusammenführen und so Kontakte und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch bieten. „Die Gruppe hat derzeit 10 bis 12 Mitglieder, zwischen 20 und 55 Jahre alt“, sagt Erkenberg. Vor allem für die jüngere Generation sei Aufklärung wichtig, weil die sich keine Gedanken machten. Die SHG trifft sich seither jeden 3. Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr im Mediclin-Klinikum am Oeninger Weg im Haus Lärche. Die Teilnehmer, sowohl Betroffene als auch Angehörige, kommen aus Rotenburg, Soltau, Munster, Schneverdingen und Neuenkirchen. Bei den monatlichen Treffen geht es um verschiedene Medikationen und Behandlungsmöglichkeiten.

 

Außerdem werden Vorträge angeboten, beispielsweise ein Fachvortrag Epilepsie im April dieses Jahres zum einjährigen Bestehen der SHG. „Dieses Jahr laden wir einen Rechtsanwalt ein, der über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung reden wird.“ Stolz ist Kornelia Erkenberg auch auf den neuen Internetauftritt www.epilepsie-shg-soltau-nord.com, den ein Gruppenmitglied erstellt hat und auf dem viele hilfreiche Informationen und Kontaktdaten zur SHG zu finden sind.

 

 

Helfende Hände

 

Eines stellt Kornelia Erkenberg heraus: „Um die Selbsthilfegruppe am Leben zu erhalten, braucht es viele helfende Hände.“ Alle Mitglieder arbeiteten Hand in Hand. Es werde momentan versucht, mehr Freizeitaktivitäten zu fördern. So sei in der Vergangenheit beispielsweise ein gemeinsames Frühstück oder Eisessen organisiert worden. Auch auf dem kürzlich stattgefundenen Gesundheitstag war die SHG mit einem Stand auf der Marktstraße vertreten. „Diese Veranstaltung war sehr erfolgreich für uns. Viele haben sich nach unseren Treffzeiten erkundigt“, sagt Erkenberg. Ein besonderer Dank gelte den Apotheken aus Soltau und der aus Wietzendorf, die für diesen Tag verschiedene Geschenke wie Cremes, Traubenzucker oder auch Lineale für Kinder bereitgestellt hatten.

 

Die aus Herne stammende Erkenberg leidet seit ihrer Jugend an Epilepsie. Im Alter von neun Jahren lag sie nach einer Gehirnhautentzündung, die durch eine Masernerkrankung hervorgerufen worden war, drei Monate lang im Koma. „Mit 14 bekam ich den ersten epileptischen Anfall.“ Bis zu 30 Anfälle habe sie zeitweise im Monat gehabt. Auslöser dafür sei oft negativer Stress gewesen. „Vor fünf Jahren habe ich mich einer Kopfoperation unterzogen“, sagt die gelernte Lebensmittel-Verkäuferin. Der Arzt habe ihr vorher „75 bis 80 Prozent Heilungschancen“ eingeräumt.

 

Danach habe für sie „ein neues Leben“ begonnen. „Ich habe eine neue Einstellung zum Leben erhalten, bin jetzt viel lebensfroher und gehe meinen eigenen Weg“, sagt Erkenberg. Mittlerweile arbeite sie in der Altenpflege, ihre Ausbildung hat sie erst vor kurzem erfolgreich beendet. „Mit der Operation wurde mir geholfen, jetzt helfe ich anderen“, schildert sie ihren Beweggrund für den neuen Job und die Arbeit für die SHG. Anfälle habe sie nur noch selten, und auch sonst führe sie „ein normales Leben“. Sie habe zwar nicht mehr vor, den Auto-Führerschein zu machen, dafür fahre sie jetzt Fahrrad – auch eine neue Erfahrung, die sie nach ihrer OP gemacht hat.

 

 

Veröffentlicht:

28.4.2010 Böhme Zeitung

 

 

Böhme Zeitung, Montag, 28. April 2010

Hilfe für Menschen mit Epilepsie

 

Ein Jahr Selbsthilfegruppe Soltau-Nord – Vortrag über die Krankheit

Kornelia Erkenberg, Leiterin der & ldquor ;Selbsthilfegruppe Epilepsie Soltau-Nord“ und Dr. med. Alfons Meyer, Chefarzt der & ldquor; Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie“ am MediClin-Klinikum.

 

bz Soltau. Im April dieses Jahres feierte die Selbsthilfegruppe Epilepsie Soltau-Nord ihr einjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hatten die Selbsthilfegruppe unter Leitung von Kornelia Erkenberg und die Neurologische Klinik im MediClin-Klinikum Soltau zu einem umfangreichen Informationsabend eingeladen.

 

Zu Beginn der Festveranstaltung begrüßte Christian Wolckenhaar, kaufmännischer Direktor des MediClin-Klinikums, die zirka 50 Gäste und gab in seinem Referat einen Überblick über die Entwicklung und das Angebot der Klinik. Der Chefarzt der Neurologie, Dr. Alfons Meyer, leitete anschließend zum Thema Epilepsie über. Er machte deutlich, welchen Beitrag die Neurologische Klinik des MediClin Klinikums für die Betreuung und Versorgung epilepsiekranker Menschen weit über die Grenzen Soltaus hinaus leistet. Auch sicherte er der Selbsthilfegruppe weiterhin seine Unterstützung zu.

 

Kornelia Erkenberg ihrerseits dankte Dr. Meyer stellvertretend für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Neurologischen Klinik aufrichtig für die gute Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppe und Klinik. Sie gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres: 10 Mitglieder zwischen 20 und 55 Jahren treffen sich regelmäßig am dritten Donnerstag im Monat. Die Teilnehmer, sowohl Betroffene als auch Angehörige, kommen aus Rotenburg, Soltau, Munster, Schneverdingen und Neuenkirchen. Bei den Treffen geht es nicht nur um Erfahrungsaustausch bezüglich der Krankheit sondern auch um gemeinsame Freizeitaktivitäten. Highlights waren ein sommerliches Eisessen, ein vorweihnachtliches Adventskaffeetrinken und ein Osterbrunch. Als besonderes Ereignis hob Erkenberg hervor, dass die Selbsthilfegruppe Epilepsie jetzt auch durch einen Internetauftritt vertreten sei, der von einem Gruppenmitglied erstellt wurde: www.epilepsie-shg-soltau-nord.com. Sie ließ einige Seiten durch den Autor vorführen.

 

 

Jeder zehnte Mitbürger

 

Kernpunkt des Abends war dann der Fachvortrag von Dr. Christian Bartling, leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie am MediClin Klinikum. Er berichtete über Erkenntnisse der neueren Forschung und verwies auch auf berühmte, erfolgreiche Menschen mit Epilepsie wie Caesar, Beethoven und Elton John. Sie sind immer wieder Vorbilder, wenn es darum geht, das Leben, trotz dieser gesellschaftlich immer noch tabuisierten Krankheit, zu meistern. Mit ungefähr 800 000 betroffenen Menschen in Deutschland ist Epilepsie eine nicht zu unterschätzende Krankheit, immerhin erleidet jeder zehnte Mitbürger mindestens einmal in seinem Leben einen epileptischen Anfall. Ursachen der Erkrankung können dabei auch Medikamente und Drogen, Schädel-Hirn-Traumen nach Unfällen in jedem Lebensalter sowie Infektionen des zentralen Nervensystems sein. Dr. Bartling wies auch auf die alltäglichen Auslöser von Anfällen hin. So können durch Umwelteinflüsse wie Lichtreize, Musik, Lärm und emotionale Konflikte wie Aufregung, Angst und Stress epileptische Anfälle hervorgerufen werden. Abschließend ließ Dr. Bartling ausreichend Zeit und Gelegenheit für Fragen aus dem Publikum und beantwortete sie kompetent.

Informationen zur Selbsthilfegruppe bekommen Interessierte bei Kornelia Erkenberg, z (0 51 91) 1 49 70.

 

 

 

Bericht im Heide Kurier, Ausgabe Mittwoch 7.April 2010, Seite 1.

Informationsabend: „Leben mit Epilepsie“

 

Selbsthilfegruppe Soltau-Nord feiert Geburtstag mit Facharzt-Vortrag

SOLTAU (ari). Fünf Jahre ist es her, daß Kornelia Erkenberg „ein neues Leben“ geschenkt bekam. Für die 54jährige ist der 13. April 2005 so etwas wie ein zweiter Geburtstag. Die Soltauerin, die seit einer Masernerkrankung im Kindesalter an einer schweren Form von Epilepsie litt, hat sich damals einer Gehirnoperation unterzogen. Seitdem hat sie nur noch selten Krampfanfälle und gestaltet voller Energie ihr „neues“ Leben. Dazu gehört, daß sie vor einem Jahr eine Selbsthilfegruppe ins Leben rief. Die rund zehn Mitglieder treffen sich regelmäßig in Soltau. Doch Kornelia Erkenberg möchte noch mehr Menschen erreichen: Am kommenden Dienstag, dem 13. April - auf den Tag fünf Jahre nach ihrer Operation - gibt es deshalb im „MediClin Klinikum“ (ehemalige Reha-Klinik) in Soltau einen Informationstag Epilepsie“ zum einjährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe. Beginn ist um 18.00 Uhr im Vortragssaal.

Willkommen sind Interessierte jedes Alters, Betroffene wie auch Angehörige.Mit dem Informationstag soll nicht nur der erste Geburtstag der Selbsthilfegruppe

gefeiert werden. Vielmehr wollen die Organsiatoren mit der Veranstaltung

Interessierten Gelegenheit geben, sich über das wichtige und umfassende Thema Epilepsie zu

informieren. So wird Dr. Alfons Meyer, Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation

im „MediClin Kinikum“, die Gäste persönlich begrüßen, bevor Kornelia Erkenberg die Selbsthilfegruppe für

Betroffene und Angehörige vorstellt. Anschließend referiert der leitende Oberarzt der Klinik, Dr. Christian Bartling, zum Thema „Leben mit Epilepsie“. Beim Infoabend ist darüber hinaus ausreichend Zeit und Gelegenheit,

Fragen zu stellen, auch ein kleiner Imbiß ist vorgesehen. Initiatorin Erkenberg hofft, mit der Aktion weitere Betroffene anzusprechen und vielleicht auch aus ihrer Isolation zu holen: „Wie bei mir früher auch wird bei den meisten Menschen

das Deckmäntelchen des Schweigens über die Krankheit gehüllt. Erst seit ich offen mit meiner Erkrankung umgehe und darüber rede, treffe ich immer wieder auf Leute, die auch Epilepsie haben. Aber die meisten sprechen

eben nicht darüber.“ Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben der Soltauerin gezeigt, was alles möglich ist trotz der

Krankheit: Die gebürtige Westfälin freut sich über viele Dinge, die ihren Alltag bereichern und die ihr früher verwehrt waren wie etwa das Fahrradfahren. Sie nimmt immer wieder neue Dinge in Angriff, die für sie jahrzehntelang gar nicht in Frage kamen,

so auch die Gründung der Selbsthilfegruppe im Frühjahr 2009. Erkenberg: „Viele Erkrankte leben in Einsamkeit und Isolation, und auch die Angehörigen wissen oft nicht, was alles möglich ist trotz Krankheit. Sicher bedeutet Epilepsie ein Handicap,aber dennoch können wir unser Leben gestalten, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Epilepsie bedeutet nicht, daß das Leben nicht lebenswert ist.“

Zehn Mitglieder zwischen 20 und 55 Jahren sind es, die sich immer am dritten Donnerstag im Monat im „MediClin Klinikum“ treffen. Die Teilnehmer, sowohl Betroffene als auch Angehörige, kommen aus Rotenburg, Soltau, Munster, Schneverdingen und Neuenkirchen. Bei den monatlichen Zusammenkünften geht es zum einen um den Erfahrungsaustausch bezüglich der Krankheit: Über verschiedene Medikationen etwa und weitere Behandlungsmöglichkeiten und wie es den einzelnen damit geht, denn es gibt viele verschiedenen Formen der Epilepsie und auch viele verschiedene

Arten, damit umzugehen. „Ich habe zum Beispiel lange Zeit nicht gewußt, daß eine Operation bei mir möglich war und meine Heilungschancen verbessern könnte“, so Erkenberg, die seit der Operation kaum noch Anfällle hat und seit kurzer Zeit auch keine Medikamente mehr benötigt - vor fünf Jahren noch unvorstellbar für sie. „Wenn man mehr Informationen, sozusagen aus

erster Hand, bekommt durch andere Betroffene, kann das sehr hilfreich sein“. Aber auch gemeinsame Unternehmungen

standen im ersten Jahr des Bestehens der Gruppe schon auf dem Programm. Im Sommer trafen sich die Mitglieder zum Eisessen, in der Vorweihnachtszeit zum Adventskaffee und am vergangenen Sonntag ging es zum Osterbrunch. Außerdem

gab es im Herbst einen interessanten Fachvortrag und auch für dieses Jahr hat Kornelia Erkenberg wieder

Experten kontaktiert, die zum einen über Epilepsie, zum anderen zum Thema Patienverfügung/Vorsorgevollmacht referieren werden.

"Indem wir unsere Kenntnisse erweitern, können wir mehr Sicherheit erlangen“, erklärt die Gruppenleiterin.

Ihre Kenntnisse zum Thema Epilepsie erweitern können Interessierte auf jeden Fall beim Informationstag

am kommenden Dienstag im Vortragssaal des „MediClin Kilinikums“. Wer am 13. April ab 18 Uhr dabei sein

möchte, wird um unverbindliche Anmeldung unter Ruf (05191) 800214 bei Katrin Feldt gebeten. Nähere Informationen zur Selbsthilfegruppe bekommen Interessierte bei Kornelia Erkenberg unter der Rufnummer (05191) 14970.

 

 

 

Veröffentlicht:

Schneverdinger Zeitung (Böhme Zeitung)

05.11.2009

Epilepsie gilt oft noch als ein Tabuthema

 

Vortrag von Claudia Schröder bei der Soltauer Selbsthilfegruppe

bz Soltau. Seit einem halben Jahr besteht die „Selbsthilfegruppe Epilepsiebetroffene Soltau-Nord“. Dies nahmen die Mitglieder zum Anlass, das monatliche Treffen mit einem Vortrag über Epilepsie in der Cafeteria des Mediclin-Klinikums zu gestalten.

 

Referentin Claudia Schröder bot den Betroffenen viel Interessantes. Sie berichtete über Erkenntnisse der neueren Forschung und verwies auch auf berühmte Menschen verschiedener Epochen mit Epilepsie von Julius Caesar über Beethoven bis hin zu Elton John. Diese seien immer wieder Vorbilder, wenn es darum gehe, das Leben trotz dieser nach Überzeugung vieler Betroffener gesellschaftlich immer noch tabuisierten Krankheit erfolgreich zu meistern.

 

Schnell war man sich darüber einig, dass Öffentlichkeitsarbeit von großer Bedeutung ist: Immerhin sind in Deutschland zirka 800 000 Menschen betroffen, und jeder Zehnte erleidet mindestens einmal in seinem Leben einen epileptischen Anfall. Ursachen der Erkrankung können auch die Einnahme von Medikamenten und Drogen, Schädel-Hirn-Traumen nach Unfällen in jedem Lebensalter sowie Infektionen des zentralen Nervensystems sein.

 

 

Verschiedene Auslöser

 

Claudia Schröder wies auch auf die alltäglichen Auslöser von epileptischen Anfällen hin. Diese können durch Umwelteinflüsse wie Lichtreize, Musik, Lärm und emotionale Konflikte wie Aufregung, Angst und Stress hervorgerufen werden.

 

Viel Zeit nahm sich die Referentin für Spezialthemen. Auch beantwortete sie Fragen der Zuhörer ausführlich, denn jede Epilepsieform ist so individuell wie der betroffene Mensch selbst.

 

Das nächste Treffen der Epilepsie-Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige findet am Donnerstag, 19. November, von 18.30 bis 20 Uhr wieder wie gewohnt im ersten Obergeschoss des Mediclin (ehemals Reha-Klinik) am Oeninger Weg in Soltau – Gruppenraum H im Haus Lärche – statt.

 

Telefonische Informationen erhalten Interessierte bei Kornelia Erkenberg, z (0 51 91) 1 49 70.

 

 

 

Veröffentlicht:

Schneverdinger Zeitung (Böhme Zeitung)

25.05.2009

Mit der Epilepsie besser leben können

Selbsthilfegruppe in Soltau ins Leben gerufen – Kontakte schaffen

Kornelia Erkenberg will mit der neuen Selbsthilfegruppe den Erfahrungsaustausch zwischen Epilepsiekranken fördern. Foto: wu

 

wu Soltau. Bei den Griechen galt sie als „heilige Krankheit“, im Mittelalter als göttliche Strafe oder dämonische Besessenheit, Julius Cäsar litt ebenso darunter wie Napoleon und Alfred Nobel – Epilepsie war den Menschen stets unheimlich.

 

Die plötzlichen Krampfanfälle sorgen bei Außenstehenden für Unsicherheit und Hilflosigkeit – bis heute. „Das ist noch immer ein Tabuthema“, weiß Kornelia Erkenberg. „Manche denken sogar, dass das eine ansteckende Krankheit ist.“

 

Und immer noch würden die Betroffenen ausgegrenzt, mit psychisch Kranken gleichgesetzt – völlig zu Unrecht, weiß die 54-Jährige. Die Soltauerin, die selbst seit mehr als 40 Jahren an der Krankheit leidet, hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen ins Lebens gerufen.

 

Nach einer Kopfoperation vor vier Jahren „hat für mich ein neues Leben begonnen“. Daraufhin war für die Soltauerin klar: „Mir wurde geholfen, jetzt will ich anderen helfen.“

 

Ein wichtiger Schritt dabei ist für Kornelia Erkenberg, über die Krankheit zu informieren – und die Betroffenen zusammenzuführen, Kontakte und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch zu bieten. Denn das Schlimmste, so die 54-Jährige aus eigener Erfahrung, ist das Nichtwissen. Das beginne bei rechtlichen Fragen bis hin zu der Unsicherheit, welcher Beruf denn ausgeübt werden könne.

 

„Wir wollen uns nicht länger verkriechen“, ist für sie ein wichtiges Ziel der Selbsthilfegruppe, die so Wege aus Einsamkeit und Isolation eröffnen soll. Sie selbst habe damit gute Erfahrungen gemacht: „Sobald man sich öffnet, öffnet sich der andere auch.“

 

Viele Menschen betroffen

 

Denn betroffen seien weit mehr Menschen als angenommen – doch viele versteckten sich und die Krankheit, auch wegen der Reaktionen in der Öffentlichkeit. „Aber jeder kann betroffen werden“, kämpft sie gegen Ausgrenzung an. Ein Schlaganfall, ein Blutgerinnsel könnten Ursachen für Epilepsie sein.

 

Kornelia Erkenberg selbst leidet seit ihrer Jugend an der Krankheit. Im Alter von neun Jahren lag sie nach einer Gehirnhautentzündung drei Monate im Koma, in der Pubertät traten dann die Anfälle auf – mit später bis zu 30 Anfällen im Monat. „Besonders negativer Stress war der Auslöser. Das ist bei Epileptikern oft so.“

 

„Wir fragen uns, was wir selbst tun können, um mit der Epilepsie besser leben zu können“, ist für Kornelia Erkenberg ein weiteres Ziel der Selbsthilfegruppe. Dabei gebe es natürlich einige Einschränkungen – den Verzicht auf Alkohol beispielsweise, außerdem sollten Betroffene verstärkt auf ihre Gesundheit achten – aber mehr eben nicht: „Man führt ein normales Leben.“ Auch den Führerschein könnten die Betroffenen nach einer bestimmten Zeit der Anfallsfreiheit erwerben.

 

Die Selbsthilfegruppe trifft sich das nächste Mal an diesem Donnerstag um 18.30 Uhr in der Reha-Klinik am Oeninger Weg. Ansprechpartnerin ist Kornelia Erkenberg, z (0 51 91) 1 49 70.

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